| Start:
Faro Flughafen - Campingplatz (ganz in der Nähe).
Der Platz war der billigste auf meiner ganzen Tour und hat ganze drei Mark gekostet. Der Untergrund ist steinig, mit Glück hat man etwas Sand. Schatten gibt es nicht. Er ist vollgestellt mit Dauercampern und hat keine Atmosphäre. Der Vorteil meines Standplatzes war der, in der Nähe der Toiletten zu sein. Dies war auch der Nachteil: es wehten hin und wieder olofaktorische Grüße zu mir herüber... |
| 1.
Etappe: Faro - Ferragudo (bei
Portimao), ca 80 km.
Mangels Alternative auf der N 125 gefahren. Die Strecke ist ganz passabel, weil sie einen breiten Seitenstreifen hat, und dort einen die Autofahrer in Ruhe lassen. Schön ist sie nicht. Das Gebiet an der Küste der Algarve ist sehr zersiedelt und hier lernt man gleich, die Frequentierung der Straße anhand des Mülls am Rande derselben abzulesen. In Lagoa kann man links Richtung Cavoeiro und außerhalb der Stadt gleich wieder rechts abbiegen. Der Campingplatz (etwas außerhalb) war der teuereste mit 22,- DM pro Nacht. Außer Dauercampern war nicht viel los. Supermarkt und Restaurand waren ihr Geld nicht wert. Swimmingpool vorhanden. Weil ich aber nicht einen Tag für einen Ortswechsel draufgeben wollte, bin ich dort geblieben und habe von dort zwei Tagestouren unternommen. Ferragudo ist ein ganz hübsches Dorf am Rande des Tourismus. |
| 2.
Etappe: Ferragudo - Portimao - Montes de Cima - Casais - Monchique - Ferragudo
(Tagestour), ca 70 km
Zu Portimao s. Reiseführer. Das Stück auf der N 125 hinter Portimao ist ohne Seitenstreifen, deswegen nervig, aber es ist nur kurz. Abzweigen Richtung Torre. Hinter Montes de Cima geht es satt bergauf, was mir angesichts der Hitze zu Schaffen machte. In Casais nur kleine Pinten, in denen man die üblichen Sandwitches bekommt (zB ein aufgeschnittenes Brötchen mit einer Scheibe Schinken dazwischen - fertig). Monchique fand ich nicht sooo prall, auch die Auffahrt zum Gipfel des Fioa habe ich mit gespart, da es recht diesig war. Die Rückfahrt über die N 266 geht ganz munter bergab, kann bei dichtem Verkehr aber nervig werden. |
3.
Etappe: Ferragudo - Carvieiro (Algar Seco) - Silves - Ferragudo (Tagestour),
ca 60 km
Hinter
dem Campingplatz Richtung Osten. Carroveiro ist auch ganz nett,
aber deutlich touristischer als Ferragudo. Zum Algar Seco die Stadt
Rictung Osten verlassen und gut aufpassen, es ist nicht sehr gut ausgeschidert.
Ein pittoresker Platz. In Lagoa bin ich auf eine sehr ruhige Nebenstraße
gekommen, wo es durch die Felder geht. Silves lohnt
sich, ein ruhiges Städtchen mit einer hübschen Burg
(Rundblick).
Es lief gerade die Ausstellung "Witchcraft", auf der Bilder und
Exponate
gezeigt wurden, die deutlich machten, wie die christliche Kirche mit
Menschen, die ihnen unheimlich sind, umgeht. Und sie
wußten auch, daß man seine Feinde (und was man so
dafür hielt) am bestialischten Quälen konnte, wenn
die ob ihrer Lust und Gedanken nicht die erwarteten Schuldgefühle
entwickelten. Ja, da hatten sie wirklich sehr eindrucksvolle
Geräte! |
| 4.
Etappe: Ferragudo - Albufeira - Lagos - Sagres, ca 60 km
Hinter Portimao auf der N 125 einige km ohne breiten Seitenstreifen, weswegen man diesen Teil nicht während des Berufsverkehrs möglichst meiden sollte. Dann wird es angenehmer, aber nicht schöner. Albufeira ist voll in der Hand des Tourismus, das kann man vergessen. In Lagos weiß man, wie man sich gut verkauft. Eine lange, palmengesämte Promenade entlang des Hafens. Viel Platz für ein Picnic, wo man gut "Leute kucken" kann. Je weiter man sich dann von Lagos Richtung Westen kommt, um so ruhiger wird es. Vila de Bispo ist ein ruhiges Kaff und ein guter Platz für ein Päuschen. Danach geht es dann seicht runter bis Sagres. Der Campingplatz ist ganz schattig und nett, hat Atmosphäre, weil es hier keine Dauercamper gibt, die Sanitärs bestens, wenn auch zuweilen etwas Remmidemmi ist. Und mit 10 DM ist man gut bedient. Am zweiten Tag gesellte sich in meine Nähe ein Häuflein von vier jungen Mädels. Und da in der Nähe ein Paar junge Engländer campten, freundeten sie sich mit dem Stereotyp üblich an. Nach dem vornächtlichem Geplänkel huschte auch ein Päärchen zusammen ins Zelt. Es kam dann aber wohl doch nicht zu einem erfüllten Vollzug des Geschlechterverkehrs, weil der junge Mann mehr Alkohol als verträglich zu sich genommen hatte, was wohl zu heftigem Erbrechen geführt hatte. Aber die Wille zählt ja auch, und so konnte man sich stolz als das "sexuell freizügige Zelt" titulieren. Ja, unsere Jugend leistet manchmal wirklich Revolutonäres. Es gab noch einen anderen amüsanten Deutschen. Ein Herr aus dem Raume Aachen machte gleich Lärm und fluchte. Dieser flammte in unregelmäßigen Abständen wieder auf. Erst bei meiner Abfahrt entdeckte ich den Grund: er hatte drei Katzen dabei, die er an drei Pflöcken angeleint hatte. In der letzten beobachteten Szene war eine von ihnen auf einen Baum geklettert, was sie wohl nicht sollte. Und nun stand er da unten am Baume und versuchte das an der langen Leine völlig verhedderte Tier runterzuziehen! Ein faszinierendes Schauspiel, für das ich meine Abfahrt gerne noch etwas hinausschob! (Ich vermute dringend, dass er 'Christian' heißt.) |
5.
Etappe. Von hier aus bietet sich eine Tagestour von ein paar
lausigen Kilometern an. Am Cabo de São Vicente kann man zu
bestimmten Zeiten auch den Leuchtturm mit seiner enormen Linse bewundern,
den einem die Wärter in Privatführungen zeigen. Man wird durch
einen auf dem Tisch liegenden 500 $-Schein auf die hierfür erwartete Spende
hingewiesen, die Hälfte scheint mir aber auch ausreichend.
Auch das Forte de Beleixe ist eine Blick wert. Um in Sagres zur Ponta de Sagres zu kommen, wird 300 $ Eintritt erhoben. Den sollte man aber nicht scheuen, es ist es wert. Ferner lohnt sich noch ein Blick auf den Fischereiehafen. |
6.
Etappe: Sagres - Alzejur - Odeceixe, ca 65 km
Munterer Gegenwind begleitete mich die erste Hälfte dieser Etappe. Nicht umsonst steht hinter Vila de Bispo auch eine ansehnliche Windkraftanlage. In Carrapateira genoß ich mal wieder meinen Status als geheimnisvoller Reisender. Als ob ich von dem Ganzen nichts verstünde, lauschte ich in einem Cafe abwesend aufmerksam dem Gezeter einiger hier ansässiger Schwaben (es scheint hier mehr davon zu geben), die sich über die Verschwendung von EU-Geldern und der mangelnden Moral der Portugiesen bei der Versteuerung ihrer Einkünfte ereiferten. Ihnen ermangelte ganz offensichtlich diese Fähigkeit, dies auch so oder so erfolgreich zu tun, denn sonst hätten sie ja wohl nicht gemeckert. Der Campingplatz liegt 2 km nödlich von Odeceixe (schon im Alentejo). Er ist etwas ab vom Schuß, hat einen akzeptablen Laden und ein gutes Restaurand (alles zu akzeptablen Preisen). |
| 7.
Etappe: Odeceixe - Vila Nova de Milfontes, ca 60 km
Der Streckenabschnitt auf der N 120 ist manchmal recht hügelig, aber hinter Boavista geht es auf der N 393 recht angenehm voran. Vila
Nova de Milfontes ist ein ganz nettes Plätzchen, was mich zu einem
gemütlichem Tag bewogen hat. Leider hatte das Cafe Azul schon geschlossen,
welches Guinness offerierte (man sollte ruhig mal etwas landesuntypisches
tun).
Ich habe auf dem Campingplatz der Kommunisten gerastet (stadtauswärts links), was meinem Beamtenstatus hoffentlich nicht abträglich sein wird, weil er mir angenehmer erschien (5,50 DM). |
| 8.
Etappe: Vila Nova de Milfontes - Sines, ca 45 km
Man sollte die Variante über Porto Covo entlang der Küste wählen (ich habe es leider nicht getan). Sines
wird im Müller-Reiseführer als "hübsche Kleinstadt" und
"auf jeden Fall einen Besuch wert" beschrieben. Das kann ich nicht nachvollziehen.
Gut, von der ganzen Industrie drumherum sieht man in der Stadt nichts,
aber solche Gassen wie dort gibt es auch in jedem anderen Kaff. Das empfohlene
Restaurand "O Mexilão" war nix (Muscheln in Instand-Pampe), und
der Campingplatz ist "vorn Arsch" wenn man von einigen wirklich hübschen
Stilblüten von Dauercamper-Plätzen absieht. Als ich am nächsten
Morgen um halb elf das Gelande verließ, bevölkerten das Restaurand
schon einige zugedröhnte Gestalten (die Dame an der Rezeption trug
eine merkwürdig dunkle Brille). Also: eher vorbeifahren! |
9.
Etappe: Sines - Troia - Setúbal, ca 95 km.
Ich bin auf der 4-spurigen Straße in Richtung Vila Nova de S. André gefahren, was nicht hübsch, aber effktiv ist (und ruhig). Der Rest geht dann recht angenehm auf einer gemächlichen Straße parallel zu Küste gen Norden. Die Fähre von Troia nach Setúbal kostet ganze 3,20 DM. Das
Schild zum Campingplatz ist etwas vergilbt, weswegen man es leicht übersieht.
Auch dieser Platz ist voll mit Dauercampern und zuerst wollte man mich
in eine Reihe dazwischen verfrachten.
Setubal. Ein ganz nettes Städtchen in dem man gut Fisch essen kann. Bei der Wahl des Restaurands orientiert sich natürlich am besten daran, wo viele Leute sitzen. Auch die Markthalle sollte man unbedingt besuchen. Von Setubal aus habe ich Tagesausflüge nach Lisboa gemacht. |
![]() Zu
Lisboa
(Lissabon) will ich mich hier nicht weiter auslassen, denn das können
die Reiseführer besser. Empfehlen will ich aber auf jeden Fall folgendes:
Castelo de São Jorge, eine Fahrt mit der Straßenbahnlinie
28, Christo Rei (an der Südseite der Ponte 25 de Abril bei guter Sicht),
Vasco da Gama Denkmal (unbedingt raufgehen!), Expo-Gelände. |
| 10. Etappe: Setúbal
- Alcácer do Sal, ca 55 km
Eine gemütliche Fahrt durch ruhige Landschaft. Alcácer do Sal ist ein hübsches Städchen. Der Camping nett und sauber, ein richtiger Supermarkt gleich nebenan. Günstig. |
11. Etappe: Alcácer
do Sal - Torrão - Ferreira - Beja, ca 100 km
Hinter
Alcácer
do Sal in Richtung Torrão durch schöne und rugige Landschaft
gefahren. Da es mir über Alvito zu weit zu sein schien, habe ich die
Route über Ferreira gewählt, die auch recht angenehm zu fahren
und schön ist. Hinter Ferreira wird es dann aber auf der IP 8 sehr
nervig. Der Berufsverkehr hatte eingesetzt und sie fuhren wie bescheuert.
Von diesem Streckenabschnitt rate ich ab.
Beja ist ein unterhalsames Städchen. Der Campingplatz nicht so toll, die Sanitäranlagen aber in Ordnung (5 DM). |
| 12. Etappe: Beja
- Mertola, ca 80 km
Habe den Weg über Cabeça Gorda gewählt, der recht hübsch (ein wenig toskanisch) ist. Auch auf der N 122 ist es akzeptabel, geht aber munter rauf und runter. Mertola ist ein schönes Plätzchen mit verwinkelten Gassen und besonders um das Kastell herum sehr hübsch. Selbiges ist unbedingt einen Besuch wert. Gute Auswahl an Restaurants. Da kein Campingplatz in der Nähe war, habe ich mir hier ein Zimmer in der Pension Beira Rio genommen. Es ist sehr ruhig, mit Blick auf den Fluß und kostet rund 40 DM. |
| 13. Etappe: Mertola
- Alcoutim - Monte Gordo, ca 80 km
Bis hinter St. Maria geht es recht hügelig zu. Der Abstecher nach Alcoutim ist unbedingt zu empfehlen. Nicht nur das Dorf ist hübsch gelegen, auch die Strecke Richtung Süden am Fluß lang ist sehr schön und sehr angenehm. Auf der N 122 wird es dann wieder hügeliger und verkehrsreicher. Der Campingplatz von Monte Gordo ist angenehm im Wald gelegen (7,50 DM). |
| 14. Etappe: Monte
Gordo - Tavira - Fuzeta, ca 45 km
Die übliche Verbindungsstraße mit viel Verkehr. Fuzeta ist ganz nett, der Campingplatz in Ordnung (4,50 DM). Über Nacht setzte ein heftiger Sturm mit viel Regen ein. Zum Glück hatte ich mir einen Platz zwischen Bäumen ausgesucht, der den Wind etwas bricht. Leider regnet es auch sehr heftig, weswegen ich mittags in einer großen Seenlandschaft stehe. Der Regen hörte nicht auf, so daß ich mir zum Flughafen eine Taxe nehmen muß. Das war eine kluge Entscheidung, den es gibt viele Pfützen am Straßenrand und ich wäre bestimmt völlig durchweicht angekommen. |